Interview mit Umweltsenatorin Bettina Jarasch

© Dominik Butzmann

Frau Senatorin Jarasch, beim Langen Tag der StadtNatur steht Klimaschutz zunehmend im Fokus. Was kann die Stadtnatur zum Klimaschutz beitragen?
Klimaschutz und Stadtnatur sind in Berlin untrennbar miteinander verbunden. Wir stehen vor der Aufgabe, Berlin an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Die Menschen werden künftig noch mehr auf grüne Oasen angewiesen sein, die in Hitzesommern Schatten und Abkühlung, aber auch Ruhe und Entspannung bieten. Auch auf extreme Wetterereignisse wie Starkregen muss Berlin reagieren. Hier gilt es, Berlin zur Schwammstadt umzugestalten. All das wird nur gelingen, wenn wir die grünen Oasen in unserer Stadt schützen und fördern. Das bedeutet auch: mehr Grün und weniger Beton.

Was macht für Sie die Stadtnatur aus?
Ich finde es beeindruckend, wie vielfältig die Stadtnatur in Berlin ist. Vom Moor, über Parks, Wälder, Seen, bis hin zu Anlagen für Wildpferde und kleine Bauernhöfe hat Berlin unglaublich viel zu bieten. Welche andere Millionenmetropole kann das schon von sich behaupten? Dabei darf man natürlich nicht vergessen: All das ist vor allem aufgrund des großen Engagements der Menschen hinter diesen Projekten möglich. Daher finde ich es eine wirklich hervorragende Sache, dass der Lange Tag der StadtNatur sowohl auf die grünen Oasen als auch die Menschen dahinter aufmerksam macht. Sie sprachen von den grünen Oasen der Stadt.

Haben Sie eine Lieblings-Oase?
Stadtnatur bedeutet für mich Lebensqualität, unabhängig vom konkreten Ort. Wenn ich in den Berliner Wäldern oder in einer der vielen Parkanlagen laufen gehe, dann gibt es einen Moment, auf den ich mich immer besonders freue: Das ist der Moment, in dem ich den federnden Boden unter den Füßen spüre, gleichzeitig tief durchatme und die Ruhe genieße. In solchen Momenten weiß man, warum es ohne Natur in der Stadt einfach nicht geht.